Anästhesietechnische/-r Assistent/-in

Arbeiten am Puls der Zeit

Anästhesietechnische Assistenten/-innen sind die Narkoseexperten im Operationssaal.

Anästhesietechnische Assistentinnen und Assistenten (ATA) wirken bei der Vorbereitung, Begleitung und Nachsorge von Narkosen mit. Sie bereiten den Operationssaal sowie den Einleitungs- und Ausleitungsraum vor, kontrollieren die Narkose- und Schmerzmittel und prüfen alle für den Eingriff benötigten medizinischen Geräte, Medikamente und Materialen. Während eines Eingriffs überwachen sie die Atmung und den Kreislauf der Patienten.

Nach dem Eingriff kümmern sie sich um die Sterilisation, Pflege und Wartung von Instrumenten und medizinischen Geräten sowie um die fachgerechte Entsorgung von Abdecktüchern und Einwegmaterialien. Außerdem dokumentieren sie den Verlauf der Anästhesie und stellen sicher, dass immer genügend Narkose- und Schmerzmittel im Bestand vorhanden sind.

Im Aufwachraum begleiten Anästhesietechnische Assistenten/-innen die Patienten bis zum Erwachen aus der Narkose und überwachen den physischen Zustand in den ersten Stunden nach der Operation. Eingesetzt werden die Spezialisten zudem in der Schmerztherapie, aber auch in Funktionsabteilungen wie zum Beispiel der Endoskopie oder der Notaufnahme.


„Jeder Mensch fürchtet sich vor einer Operation, das ist ganz normal", weiß Lisa-Marie. Deswegen ist in ihrem Beruf neben medizinisch-technischem Verständnis, Sorgfalt, Ruhe und Aufmerksamkeit auch ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen gefragt. In der Ausbildung zur Anästhesietechnischen Assistentin am Westküstenklinikum in Heide lernt die 22-Jährige daher auch, wie sie nervöse Patienten vor einem Eingriff beruhigen kann. „Es hilft schon, wenn wir freundlich und ruhig mit den Patienten sprechen und ihnen die nächsten Schritte erläutern. Wir versprechen, während des gesamten Eingriffs nicht von ihrer Seite zu weichen und gut auf sie aufzupassen. Und genau das machen wir ja auch", berichtet Lisa-Marie. Vor jeder Operation prüft die junge Auszubildende alle Geräte und kontrolliert, ob die notwendigen Medikamente in ausreichender Menge bereitliegen.

„Man muss sich der Verantwortung in unserem Beruf bewusst sein", erklärt sie weiter. „Auch kleine Fehler können große Auswirkungen auf den Patienten haben und sein Leben bedrohen." Für einen reibungslosen Ablauf bei einer Operation muss sich das Team aufeinander verlassen können und den Anweisungen des verantwortlichen Arztes strikt folgen. Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist spielen daher eine wichtige Rolle.

Erforderlich ist außerdem eine gute Auffassungsgabe, denn die anspruchsvolle Ausbildung vermittelt viel medizinisches Wissen – von Anatomie über Physiologie bis zur Pathologie. Die Ausbildung eignet sich sehr gut für Menschen, die zwar mit Patienten arbeiten wollen, aber vor allem Interesse an Medizin und Technik mitbringen. „Seit einem Praktikum in einer Praxis wusste ich, dass ich einen medizinischen Beruf erlernen möchte. Und zwar nicht in der Pflege, sondern im OP. Dabei sollte der Patientenkontakt nicht zu kurz kommen. Der Beruf der Anästhesietechnischen Assistentin passt großartig", so Lisa-Marie.

In der dreijährigen Ausbildung wechseln sich schulisches Lernen und praktische Einsätze blockweise ab. Auf diese Weise können die angehenden ATA das Erlernte umgehend in die Praxis umsetzen. Die praktische Ausbildung erfolgt in den modernen Operationssälen und Behandlungsräumen des Westküstenklinikums und umfasst 3.500 Stunden. Da dieser Ausbildungsgang in Kooperation mit der Akademie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) angeboten wird, findet der theoretische Unterricht in der Lübecker UKSH-Akademie statt. Er umfasst 1600 Stunden. Auf dem Stundenplan stehen unter anderem Biologie, Chemie, Hygiene oder Krankenpflege.

Zentrale Einleitung im Zentral OP des WKK Standort Heide

Die Berufsaussichten nach dem Ausbildungsende sind sehr gut. Gebraucht werden die Narkose-Spezialisten/-innen in Krankenhäusern, Operationszentren oder Arztpraxen. Dort arbeiten sie in Operationsräumen, Aufwachräumen, Ein- und Ausleitungsräumen, sowie Sterilisationsräumen oder in normalen Stationszimmern.

Nach der Abschlussprüfung, die sich aus einem schriftlichen, mündlichen und praktischen Teil zusammensetzt, stehen Anästhesietechnischen Assistenten/-innen zahlreiche Karrierewege offen. Wer möchte, kann sich beispielsweise zum/zur Betriebswirt/-in für Management im Gesundheitswesen sowie zum/zur geprüften Fachwirt/-in im Gesundheits- und Sozialwesen weiterbilden oder als Teamleiter/-in mehr Verantwortung übernehmen.

Das Berufsbild des/der ATA gibt es erst seit wenigen Jahren. Vorher musste zunächst eine Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege absolviert werden. Darauf folgte die Fortbildung in Richtung Anästhesie.

Um die Ausbildung beginnen zu können, müssen Bewerber/-innen einen Mittleren Bildungsabschluss oder einen Ersten allgemeinbildenden Abschluss mit einer abgeschlossenen Ausbildung mitbringen. Zudem sollte ein Vorpraktikum in der Anästhesie absolviert werden.

Ausbildung zum/zur

Anästhesietechnische/-r Assistent/-in

Ausbildungsdauer 3 Jahre Schulabschluss Mittlerer Schulabschluss
Ausbildungsvergütung Auf Anfrage Bewerbungsfrist 31.12. des Vorjahres
Ausbildungsbeginn besetzt für 2019 Freie Plätze 0

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