Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen

Multitalente am Monitor

Als Experten für kaufmännische und verwaltende Aufgaben bilden Kaufmänner und Kauffrauen im Gesundheitswesen die Schnittstelle zwischen Patienten, Ärzten und Verwaltung.

Nicht jeder, der im Krankenhaus arbeitet, trägt einen weißen Kittel. Kaufleute im Gesundheitswesen zum Beispiel zählen zum sogenannten nichtmedizinischen Personal. Für den Krankenhausbetrieb jedoch sind sie unverzichtbar, denn sie arbeiten in allen wichtigen Bereichen der Krankenhausverwaltung.

In der Patientenverwaltung nehmen sie zum Beispiel die Patienten auf, beantworten Fragen zum Behandlungsvertrag und informieren über Extraleistungen. Nach dem Abschluss einer Behandlung erstellen sie die Rechnung und sorgen für die Abrechnung der Gesundheitsdienstleistungen mit Krankenkassen und sonstigen Kostenträgern. In der Personalabteilung wiederum verwalten sie die Mitarbeiterakte und helfen bei der Gehaltsabrechnung. Zum Einsatz kommen Kaufleute im Gesundheitswesen auch im Finanz- und Rechnungswesen, Einkauf, Controlling, Qualitätsmanagement oder in der Unternehmenskommunikation. Je nach Bereich und Abteilung, planen sie Geschäfts- und Leistungsprozesse, kümmern sich um die Buchhaltung, bearbeiten personalwirtschaftliche Vorgänge, erstellen die Haushaltsplanung und ermitteln den Bedarf an Materialien. Die Bearbeitung von Patientenbeschwerden und Entwicklung von Marketingstrategien sind ebenfalls Teile ihrer beruflichen Tätigkeit.

„Es ist die Vielfalt, die diesen Beruf auszeichnet", erzählt Jonas. Vor einem Jahr, als er mit seinem Abitur fertig war, hat er die Ausbildung zum Kaufmann im Gesundheitswesen am Westküstenklinikum in Heide begonnen. „In den ersten beiden Ausbildungsjahren wechseln wir alle zwei bis drei Monate die Abteilung. Das ist nicht nur spannend, ich bekomme auch einen genauen Einblick in den Betrieb des Westküstenklinikums. Die Aufgaben in der Wirtschaftsabteilung, Patientenverwaltung und Personalabteilung konnte ich bereits kennenlernen. Als nächstes steht die EDV-Abteilung auf dem Ausbildungsprogramm", so Jonas.

Während seiner Ausbildung werden dem Auszubildenden allgemeine kaufmännische Kernqualifikationen vermittelt. Er lernt, wie man Aufträge abgewickelt, Geschäftsprozesse optimiert oder Finanzierungspläne erstellt. Zusätzlich erhält er berufsspezifische Kenntnisse und Fertigkeiten aus dem medizinischen Sektor, wie rechtliche Grundlagen, Strukturen und Aufgaben des Gesundheitswesens. „Die medizinischen Leistungen werden zum Beispiel verschlüsselt in die Patientenakten eingetragen, das lernen Kaufleute in anderen Fachrichtungen natürlich nicht", berichtet der 18-Jährige. Das dritte und letzte Jahr verbringt der angehende Kaufmann im Gesundheitswesen in einer Abteilung seiner Wahl. Dort wird er seine Kenntnisse vertiefen und sich auf die Abschlussprüfung vorbereiten.

Der Beruf kombiniert Wirtschaft und Gesundheit, daher sollten angehende Kaufleute im Gesundheitswesen Interesse an beiden Bereichen mitbringen. Sorgfältiges Arbeiten und eine Affinität zu Zahlen sind ebenfalls wichtig. Gerade bei den Abrechnungen kommt es auf Genauigkeit an – bis zum Centbetrag muss alles stimmen. Für die Ausübung des Berufs gehört auch Verschwiegenheit dazu, denn Patientendaten müssen äußerst vertraulich behandelt werden. „Wer von Natur aus ein kommunikatives Wesen mitbringt, ist für unseren Beruf bestens geeignet", ergänzt Jonas. „Wir haben jeden Tag mit den unterschiedlichsten Personen zu tun. Wer offen und freundlich ist, kommt leichter an sein Ziel."

Kaufleute im Gesundheitswesen werden im dualen System ausgebildet. Die Auszubildenden lernen also sowohl im Ausbildungsbetrieb als auch in der Berufsschule. Die praktischen Fähigkeiten und Ausbildungsinhalte bekommen die Auszubildenden in den administrativen Bereichen des Westküstenklinikum vermittelt. Sie arbeiten Seite an Seite mit erfahrenen Praxisausbilderinnen und Praxisausbildern und lernen an realen Beispielen, wie sie Angebote erstellen, Preise verhandeln oder Verträge aufsetzen. In der Berufsschule lernen sie sämtliche kaufmännische Grundlagen und das benötigte Fachwissen für ihren Beruf. Die zuständige Berufsschule ist in Eutin.

Büroraum WKK Standort Heide

Eine Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen bietet sich für alle an, die in der Schule gute Noten in den Fächern Deutsch und Mathematik vorweisen konnten. Gearbeitet wird überwiegend am Computer. Daher sind erste Kenntnisse mit Programmen wie Word und Excel ebenfalls von Vorteil. Die Schule sollten Bewerber/-innen mit einem Mittleren Bildungsabschluss abgeschlossen haben.

Nach erfolgreichem Bestehen der Abschlussprüfung haben Kaufleute im Gesundheitswesen hervorragende Perspektiven und berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. Die Ausbildung qualifiziert sie für die Arbeit in zahlreichen kaufmännischen und administrativen Bereichen. Neben Krankenhäusern können sie auch in Pflegeeinrichtungen, Krankenversicherungen oder auch in Ambulanz- und Rettungsdiensten tätig werden.

Wer sich beruflich weiter entwickeln und seine Fachkenntnisse erweitern möchte, kann nach der Ausbildung zahlreiche Weiterbildungsangebote in Anspruch nehmen. Möglich sind zum Beispiel Weiterbildungen zum/zur Fachwirt/-in im Sozial- und Gesundheitswesen, Betriebswirt/-in für Management im Gesundheitswesen oder Qualitätsbeauftragte/-r im Gesundheits- und Sozialwesen. Mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung kann auch ein Studium aufgenommen werden. Interessant sind die Studiengänge Management im Gesundheitswesen, Betriebswirtschaftslehre oder Verwaltungswissenschaften.

Ausbildung zum/zur

Kaufmann/-frau im Gesundheitswesen

Ausbildungsdauer 3 Jahre Schulabschluss Mittlerer Schulabschluss
Ausbildungsvergütung Auf Anfrage Bewerbungsfrist Keine
Ausbildungsbeginn besetzt für 2019 Freie Plätze 0

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