Operationstechnische/-r Angestellte/-r

Die Profis im OP

Operationstechnische Angestellte sind für den Erfolg einer Operation so unverzichtbar wie ein guter Chirurg.

Jede Operation gelingt nur im Team. Gemeinsam mit Chirurgen/-innen, Anästhesisten/-innen, Anästhesietechnischen Assistenten/-innen sowie dem OP-Pflegepersonal sorgen Operationstechnische Angestellte für den reibungslosen Ablauf bei einer Operation.

OTA, wie Operationstechnische Angestellte abgekürzt genannt werden, bereiten den Operationssaal vor, betreuen Patienten vor und nach dem Eingriff und assistieren den Ärzten während der oft mehrstündigen Operationen. Dabei reichen sie die benötigten Instrumente an und legen Materialien bereit. Im Anschluss kümmern sie sich um die Wiederaufbereitung der Instrumente, führen eigenverantwortlich Hygienemaßnahmen im Operationssaal durch und füllen die Materialbestände auf. Auch die Wartung der medizinischen Apparate und die Dokumentation von Eingriffen fallen in ihr vielseitiges Aufgabenspektrum.

Zusätzlich zu der verantwortungsvollen Tätigkeit in den Operationssälen kommen Operationstechnische Angestellte in der Anästhesie, im Herzkatheterlabor, in der zentralen Patientenversorgung und den Ambulanzen zum Einsatz.

Den Großteil ihrer Arbeit verbringen Operationstechnische Angestellte auf den Beinen. Wie ungewohnt das zum Beginn der Ausbildung war, erinnert sich Jasmina noch ganz genau: „Es hat etwas gedauert, bis sich mein Körper an das teilweise lange Stehen und viele Laufen gewöhnt hatte." Egal, ob sie bei einem operativen Eingriff in sterilen Kitteln dem Operateur Instrumente wie Skalpelle, Klemmen oder Scheren anreichen oder als „Springer" den Operationsverlauf unterstützen, Operationstechnische Angestellte müssen fit sein. „Heute macht mir das nichts mehr aus", erzählt Jasmina.

Die 20-Jährige ist inzwischen am Ende ihres ersten Ausbildungsjahres zur Operationstechnischen Angestellten am Westküstenklinikum in Heide und weiß, dass die Arbeit nicht nur körperliche Ausdauer erfordert, sondern auch mentale Stärke. „Während einer Operation ist konzentriertes Arbeiten Pflicht. Bei Komplikationen müssen wir schnell handeln und ruhig weiterarbeiten. Mit Stress und Hektik muss man umgehen können." Ein hohes Maß an Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein ist für diesen Beruf unabdingbar. Wichtig ist zudem ein generelles Interesse an Medizin, technisches Verständnis und manuelles Geschick. Einfühlungsvermögen solle angehenden OTA ebenfalls nicht fehlen. Viele Patienten fürchten sich vor Operationen und brauchen besondere Betreuung.

Bevor sich Jasmina für die Ausbildung am WKK beworben hat, absolvierte sie ein Praktikum im OP. „Ich habe mich zwar ausgiebig über den Beruf informiert, aber ob er wirklich zu mir passt, konnte nur ein praktischer Einblick ins Berufsleben zeigen", erzählt die Auszubildende. „Für mich hat sich das Praktikum ausgezahlt. Die Ausbildung macht mir großen Spaß. Jeder Tag ist spannend und bringt neue Herausforderrungen. Wer einen anspruchsvollen Beruf sucht, gerne im Team arbeitet und keine Probleme damit hat, Blut zu sehen, ist im OP genau richtig", berichtet Jasmina.

Das Rüstzeug für diesen anspruchsvollen Beruf erhalten die Operationstechnischen Assistenten/-innen mit einer Ausbildung an den Westküstenkliniken in Heide und Brunsbüttel und in der Berufsschule im BerufsBildungsZentrum Dithmarschen in Heide. In der dreijährigen Ausbildungszeit wechseln sich betriebliche und schulische Ausbildung blockweise ab. 1.600 Stunden theoretischer Unterricht und 3.000 Stunden praktische Ausbildung gewährleisten eine hohe fachliche Qualifikation für das zukünftige Berufsleben.

Zusätzlich werden alle Kenntnisse und Fertigkeiten praxisnah in der überbetrieblichen Ausbildung vertieft, die im Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen stattfindet.

Operationssaal im Zentral OP des WKK Standort Heide

Voraussetzung für die Ausbildung ist ein Mittler oder vergleichbarer Bildungsabschluss. Schülerinnen und Schüler mit einem Ersten allgemeinbildenden Abschluss benötigen eine erfolgreich abgeschlossene Berufsausbildung.

Die Ausbildung endet nach erfolgreicher Prüfung vor der Ärztekammer Schleswig-Holstein mit einem staatlich anerkannten Abschluss. Staatlich geprüfte Operationstechnische Angestellte werden deutschlandweit nur in Schleswig-Holstein im dualen System ausgebildet. In allen anderen Bundesländern ist es eine schulische Ausbildung, die nur an bestimmten Berufsfachschulen gelernt werden kann.

Nach der bestandenen Prüfung sind Operationstechnische Angestellte perfekt gerüstet für den Einstieg in ein aussichtsreiches Berufsleben. Arbeiten können sie in allgemeinen Krankenhäusern, Fach- und Universitätskliniken, Facharztpraxen sowie ambulanten Operationszentren.

Auch Weiterbildungsmöglichkeiten sind reichlich vorhanden, zum Beispiel die Weiterbildung zum/zur Chirurgisch-technischen Assistenten/-in, die Fortbildung zum/zur Fachwirt/-in für Gesundheits- und Sozialwesen oder Fachkrankenschwester/-pfleger für Operations- und Endoskopiedienst. Aber auch ein Studium im Bereich Medizin oder Gesundheitsmanagement kann an die Ausbildung angeknüpft werden, sofern man die schulischen Voraussetzungen mitbringt.

Ausbildung zum/zur

Operationstechnischen Angestellten

Ausbildungsdauer 3 Jahre Schulabschluss Mittlerer Schulabschluss
Ausbildungsvergütung Auf Anfrage Bewerbungsfrist 31.12. des Vorjahres
Ausbildungsbeginn besetzt für 2019 Freie Plätze 0

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