Medizinisch-technische/-r Radiologieassistent/-in

Arbeiten zwischen Mensch und Technik

Ob in der Radiologischen Diagnostik, Nuklearmedizin oder Strahlentherapie – Medizinisch-technische Radiologieassistenten/-innen sind ein zentraler Bestandteil moderner Patientenversorgung.

Röntgenaufnahmen sind aus der heutigen Medizin nicht mehr wegzudenken. Ganz ohne Skalpell und Eingriff machen sie Verletzungen und Erkrankungen sichtbar und unterstützen Ärzte bei der Diagnose und Heilung. Angefertigt werden diese Aufnahmen von Medizinisch-technischen Radiologieassistenten und -assistentinnen. MTRA, so wird dieser vielseitige Beruf abgekürzt, arbeiten an der Schnittstelle zwischen Technik, Arzt und Patient.

Tätig sind MTRA hauptsächlich in den drei Arbeitsgebieten Röntgendiagnostik, Strahlentherapie und Nuklearmedizin. Je nach Gebiet führen sie verschiedene Tätigkeiten aus. In der Röntgendiagnostik zum Beispiel nutzen sie unterschiedliche bildgebende Verfahren, um Aufnahmen von Organen, Knochen oder Nervenbahnen zu erstellen. Hoch moderne Geräte kommen hier zum Einsatz. Neben dem Röntgengerät gehören auch der Computertomograf (CT) und Magnetresonanztomograf (MRT) dazu. In der Strahlentherapie bestrahlen die Assistenten/-innen bösartige Tumore mit Hilfe von energiereichen Strahlen, während sie in der Nuklearmedizin Behandlungen mit radioaktiven Stoffen durchführen. In allen drei Bereichen stehen Medizinisch-technische Radiologieassistenten/-innen im engen Kontakt zu ihren Patienten. Sie klären über Risiken auf und betreuen sie während der Untersuchung. Auch der Strahlenschutz gehört zu den Aufgaben der MTRA dazu – zum eignen Schutz und zum Schutz der Patienten.

„Ich wollte auf jeden Fall mit Menschen arbeiten. Dessen war ich mir sicher. Da ich auch technisch interessiert bin und in der Schule Spaß an den naturwissenschaftlichen Fächern hatte, wurde mir der Beruf des Medizin-technischen Radiologieassistenten empfohlen", berichtet Kevin. Heute ist er fast am Ende seiner Ausbildung und bereitet sich mit seinen Mitschülerinnen und Mitschülern auf das Staatsexamen vor. Nach der Ausbildung hat der 20-Jährige bereits einen Job in Hamburg sicher. „Die dreijährige Ausbildung an der Dr. Gillmeister-Schule am Bildungszentrum für Berufe im Gesundheitswesen hat mich bestens auf das Berufsleben vorbereit", blickt Kevin zurück. Die schulische Ausbildung findet in Vollzeit statt und kombiniert theoretischen und praktischen Unterricht: Zum einen werden die angehenden Assistenten/-innen in Fächern wie Biologie, Physik, Chemie, Mathematik, Anatomie oder Krankheitslehre unterrichtet, zum anderen können sie ihre Fähigkeiten in schuleigenen Übungsräumen und Laboren trainieren. Erst dann geht es für sie in die Praxis. Die verschiedenen Praxiseinsätze können dabei im Westküstenklinikum in Heide oder Brunsbüttel oder in anderen Krankenhäusern oder Arztpraxen absolviert werden.

„Auf meinen ersten Praxiseinsatz habe ich mich sehr gefreut. Besonders auf die Arbeit mit Patienten", erzählt Kevin. Als MTRA muss er nicht nur komplexe medizinische Geräte bedienen können, auch großes Einfühlungsvermögen ist für diesen Beruf äußerst wichtig. „Wir begleiten die Patienten/-innen durch die gesamte radiologische Untersuchung. Häufig arbeiten wir mit schwer kranken Menschen zusammen. Viele haben Angst oder Schmerzen. Berührungsängste sind da fehl am Platz", so Kevin. Sorgfalt und Verantwortungsbewusstsein sind ebenfalls gefragt: sowohl im Umgang mit radioaktiven Materialien und Röntgenstrahlung als auch bei der Anfertigung von Testergebnissen.

Voraussetzungen für die Ausbildung zum/zur Medizinisch-technischen Radiologieassistenten/-in sind ein Mittlerer Bildungsabschluss oder eine gleichwertige Ausbildung sowie die gesundheitliche Eignung für den Beruf. Weiterhin werden ein hohes Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Fächern sowie gute Noten in diesen Fachbereichen erwartet. Außerdem sind grundlegende EDV-Kenntnisse von Vorteil.

Die Ausbildung wird mit einer staatlichen Prüfung beendet. Diese umfasst einen schriftlichen, einen praktischen und einen mündlichen Teil. Wer die Prüfung bestanden hat, ist Medizinisch-technische Radiologieassistentin oder Medizinisch-technischer Radiologieassistent.

Die Zukunftsaussichten in diesem Beruf sind hervorragend, denn der Bedarf an gut ausgebildeten Medizinisch-technischen Radiologieassistenten/-innen ist in den vergangenen Jahren erheblich gewachsen. Wie Kevin gehen viele seiner Mitschüler/-innen gleich nach der Ausbildung in ein festes Beschäftigungsverhältnis über. MTRA arbeiten in Krankenhäusern, Universitätskliniken und in Facharztpraxen für Radiologie. Ebenso können sie in der Wissenschaft und Forschung sowie in der Industrie eine Anstellung finden.

Nach bestandener Prüfung gibt es verschiedene Möglichkeiten der Weiterbildung, zum Beispiel zum/zur Fachassistenten/-in für Radiologische Diagnostik, Nuklearmedizin, Strahlentherapie oder Strahlenphysik, zum/zur Praxisanleiter/-in oder die Weiterbildung zum/zur Leitenden MTRA oder Lehrkraft. Mit entsprechender Vorbildung gibt es aber auch Möglichkeiten zu einem Studium.

Zusätzlich gibt es an der Dr. Gillmeister-Schule die Möglichkeit, parallel zur MTRA-Ausbildung die allgemeine Fachhochschulreife zu erwerben. In Kooperation mit den Beruflichen Schulen des Kreises Dithmarschen können die Schülerinnen und Schüler ab dem 2. Ausbildungsjahr die dafür benötigten Zusatzmodule belegen.

 

Neu!! Seit dem 01.01.2019 wird die Ausbildung zur MTRA nach TVAÖD vergütet.

Ausbildung zum/zur

Medizinisch-technischen Radiologieassistent/-in

Ausbildungsdauer 3 Jahre Schulabschluss Mittlerer Schulabschluss
Ausbildungsvergütung Auf Anfrage Bewerbungsfrist Keine
Ausbildungsbeginn 01.10.2019 Freie Plätze 10

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